Wie Digitalisierungstrends die Industrie 4.0 beleben

(c) Getty Images
Digitale Transformation ermöglicht es Österreichs Unternehmen, auch in Krisenzeiten wettbewerbsfähig zu bleiben.

Während zuletzt viel über den Chipmangel, Lieferengpässe und mühselige Lockdowns berichtet wurde, gibt es für die Industrie endlich eine positive Nachricht: Sie befindet sich trotz Coronakrise wieder im Aufwind. Ein Grund dafür ist der große Fortschritt in der digitalen Transformation. Was diese mit sich bringt? Das zeigt eine neue Studie der TU Wien. Wir verraten euch die wichtigsten Learnings für die Industrie 4.0.

Ein frischer Wind geht durch die österreichische Industrie. Wie eine Umfrage zeigt, bewerten 85 Prozent der Unternehmer:innen die Geschäftslage ihres Betriebs sehr positiv oder positiv. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die digitale Transformation – sie ermöglicht es heimischen Unternehmen, auch in Krisenzeiten wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu veröffentlichte das Institut für Managementwissenschaften der TU Wien eine neue Studie – gemeinsam mit dem Institute for Digital Transformation and Strategy der FHWien der WKW, Fraunhofer Austria und EIT Manufacturing CLC East. 

Das Ergebnis auf den Punkt gebracht: Die Industrie wird zunehmend digitaler. „Unternehmen nützen neben mobilen Anwendungen und Augmented- sowie Virtual-Reality-Systemen immer öfter digitale Assistenzsysteme für arbeitsplatznahes Lernen“, so Walter Mayrhofer, Co-Autor der Studie und Forschungsleiter der FHWien der WKW. Das sei sicherlich auch dem durch Corona ausgelösten Trend zum digitalen Lernen geschuldet. Welche Transformation erlebt die Digitalisierung in der Industrie 4.0? Sehen wir es uns an.

4 neue Digitalisierungstrends der Industrie 4.0

#1 Digitale Assistenzsysteme boomen

Anspruchsvolle Herstellungsprozesse zu meistern, stellt Industriebetriebe vor eine immer größere Herausforderung. Denn diese werden nicht nur komplexer, sondern auch die dafür benötigten Fachkräfte zunehmend seltener. Digitalgestützte Assistenzsysteme schlagen dahingehend zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie minimieren Fehler in der Herstellung und sorgen dafür, dass Prozesse auch von weniger qualifiziertem Personal ausgeführt werden können. Kein Wunder also, dass laut Studie mittlerweile neun von zehn Unternehmen auf diese Vorteile zurückgreifen.

#2 Roboter werden vermehrt zu Co-Workern

Wer schon heute den ein oder anderen Roboter im Kollegium findet, sollte sich nicht wundern. Denn der Automatisierungsgrad in der Industrie steigt seit Jahren beständig. Der Einsatz von Cobots (steht für kollaborationsfähige Roboter) hat mehrere Vorteile: Zum einen werden Arbeitsbedingungen verbessert und Risiken minimiert. Zum anderen können neue Technologien umfassender erprobt werden. Schon heute finden Beispielsweise in der Automobilindustrie jede Menge Roboter Anwendung. Unternehmen profitieren besonders von der erhöhten Wirtschaftlichkeit, die die Automatisierung mit sich bringt.

#3 Algorithmen sorgen für Qualität

Ein nicht ganz so neuer Trend hält sich dennoch seit Jahren konstant in der Industrie: die Nutzung von Algorithmen. Gemeinsam mit maschinellem Lernen, sorgen diese Verfahren durch komplexe Rechenvorgänge für eine effiziente Produktion. Für gewöhnlich werden sie hierbei vor allem für die Planung und Steuerung eingesetzt. Auch das Qualitätsmanagement der Produktion wird zunehmend über Algorithmen abgewickelt.

#4 Transparenz von Lieferketten gewinnt an Bedeutung

Lieferketten oder besser gesagt Lieferengpässe waren zuletzt in aller Munde. Die Coronakrise hat die Umstände in vielen Betriebe verschärft und ein neues Maß an Flexibilität erfordert. Die passende Lösung? Auf kleinere und regionale Zulieferer setzen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei transparente Lieferketten. Diese werden stärker digital vernetzt und sind somit krisenresistenter. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, antwortet die Industrie auf schwierige Zeiten mit Digitalisierung und Innovation.

Von David Bauer