Über Bücher und die Angst vor dem Scheitern

Privat
Dagmar Hager hat gerade ihren zweiten Österreich-Krimi veröffentlicht.

Dagmar Hager ist Autorin, Podcasterin, Bloggerin, Moderatorin, Mutter – ein wahrer Tausendsassa also. Gerade erst hat sie ihr zweites Buch, den Krimi „Schöner sterben in Wien“ veröffentlicht. Wir haben die Buchautorin gefragt, was sie antreibt, wie sie sich motiviert, wenn es mal nicht so rund läuft und woher sie die Ideen für ihre Krimis nimmt.

Dagmar Hager hat schon immer gerne viele unterschiedliche Dinge ausprobiert: „Mich interessiert viel und ich hatte immer auch die Gelegenheit vieles machen zu dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar,“ erzählt sie im Gespräch. Das Schreiben von Büchern ist auch kein neu entdecktes Hobby, sondern etwas, das sie immer schon gerne gemacht hat. Viele Ideen und Manuskripte sind bereits in irgendeiner Schublade verschwunden, zu groß die Angst vorm Scheitern. Und zu groß die Angst vor der Verletzlichkeit, in die man sich dadurch begibt und vor der Kritik, der man sich und der eigenen monatelangen Arbeit aussetzt. „Nach meiner Krebserkrankung habe ich mir dann gedacht, jetzt ist mir alles wurscht, weil worauf warte ich denn noch in meinem Leben“, erzählt Dagmar. Also landeten die Manuskripte statt in der Lade nun bei befreundeten Schriftsteller:innen und schließlich im Buchladen zum Kaufen.

Warum gerade Krimis?

„Ich hatte sehr viele Ideen und habe mir angeschaut, was braucht der Markt?“, erzählt sie. Ganz so kalkuliert ist das Ganze aber wohl doch nicht, wird klar, wenn Dagmar die Entstehungsgeschichte ihres zweiten Krimis erzählt. In dem Beauty-Thriller geht es um Themen wie Bodyshaming oder Kosmetiklügen: „Der Prolog basiert auf einer wahren Begebenheit. Ich habe ein Foto gesehen, von einer Frau die sich Speiseöl ins Gesicht gespritzt hat. Da fängt dann bei mir das Radl schon an zu rennen.“ Nach den zwei Krimis sollen nun aber auch Bücher aus anderen Genres folgen.

Vorbilder?

Inspiration holt sich Dagmar außerdem in der österreichischen Literatur, welche sie total unterschätzt findet. Zu ihren Lieblingsautor:innen zählen etwa Ursula Poznanski, Romina Pleschko, Beate Maxian und Herbert Dutzler. „Es gibt eine tolle Szene bei uns in Österreich und die kann man nicht genug pushen. Die internationalen Autoren sind nett, aber die Österreicher:innen können das mindestens genauso gut“, sagt die Autorin und schmunzelt. Seit ihrer Kindheit ist sie ein großer Fan der Bücher von Erich Kästner. Besonders dessen Geschichte und Lebenseinstellung beeindrucken Dagmar: „Seine Bücher sind im Nationalsozialismus verbrannt worden und er hat einfach nur zugeschaut und gesagt: Na und jetzt erst recht!“ 

Wortgewandt_

Mein Morgenritual, um in den Tag zu starten_Ich liebe meinen ersten Kaffee draußen im Garten - egal bei welchem Wetter. Danach ein Zitronenwasser und die Challenge, meinen Sohn aufzuwecken.

So motiviere ich mich, wenn‘s mal nicht so läuft_Gar nicht, das darf auch mal sein! Der nächste Tag wird dann wieder besser.

Schlechte Laune vertreibe ich so_mit Sport.

Ein Rat, der mich wirklich weitergebracht hat_Hör nie auf anzufangen. Trau dich. Vertrau deinem Bauchgefühl.

Energie und Kraft tanke ich_in der Natur.

Mein Lieblingsbuch_All time high. Und Ich liebe alles von Erich Kästner – das doppelte Lottchen war mein Lieblingsbuch als Kind. Oder Der Kleine Prinz.

Mein liebster Podcast_Ich bin ein riesen True-Crime-Fan – das verkürzt mir die langen Autofahrten. Sowohl unser Podcast „Spur der Verbrechen“ als auch andere. Und ich bin ein großer Fan von "Liebe kann alles" von Eva-Maria Zurhorst. Sie ist Deutschlands erfolgreichster Beziehungscoach und macht tolle Podcasts und Online-Meditationen.

3 Werte, die mir wichtig sind_Liebe, Respekt und Vertrauen.

Von Laura Brunner