INsidertipps für Mattersburg und Wien von Natascha Koch

Das Loft
Natascha Koch: Die beste Aussicht auf die Wiener Innenstadt bietet „Das Loft“ im luxuriösen Sofitel.

Was für ein Luxus! Natascha Koch hat nicht nur zwei Wohnsitze, die 28-Jährige ist eigentlich auf der ganzen Welt daheim. Als Restplatzbörse-Reiseredakteurin besucht sie nämlich die schönsten Destinationen der Welt. Warum ihr Herz aber trotzdem für das Burgenland und Wien schlägt und was wir über ihre Homebases wissen sollten, verrät sie uns in ihren IMsider-, also imLAND-Insidertipps.

Was vermisst du am meisten, wenn du auf Reisen bist?

Natascha Koch: Leckeres Brot, trinkbares Leitungswasser, gutes Internet? Hm, nein – auf Reisen selbst vermisse ich eigentlich gar nichts. Alles ist neu, aufregend und auch etwas chaotisch – und genau das genieße ich sehr. Für einen absehbaren Zeitraum keine Rituale zu haben und meine Komfortzone zu verlassen hat etwas Befreiendes. Trotzdem gibt es kaum etwas Schöneres, als irgendwann endlich nach Hause zu kommen und wieder im eigenen Bett zu schlafen.

Was gibt es nur in Österreich?

Natascha Koch: Urige Heurigen, den Hang zu süßen Hauptspeisen und die schönste Natur überhaupt. Hohe Berge, malerische Gebirgsseen, blaue Flüsse und grüne Täler, in denen Kühe grasen – ein wahres Idyll. Da spricht jetzt also mein österreichisches Herz: Es gibt nichts Besseres als einen frischen Kaiserschmarrn auf einer Berghütte nach einer langen Wanderung.

Du pendelst privat zwischen Mattersburg und Wien. Was haben die zwei Orte gemeinsam?

Natascha Koch: Liebe Menschen, die ich besuchen kann und das Gefühl von Heimat. In Mattersburg, wo meine Familie zuhause ist, spielt natürlich immer etwas Nostalgie an die eigene Kindheit und Jugend mit. Wien ist mein Lebensmittelpunkt und ich genieße den Trubel der Großstadt sehr. Was die zwei Destinationen noch gemeinsam haben: In Wien trifft man vermutlich die gleiche Menge an Burgenländer:innen, wie im Bezirk Mattersburg.

Und worin unterscheiden sie sich komplett?

Natascha Koch: Zwischen dem Großstadtleben und dem Leben in einer Kleinststadt mit knapp 7.000 Einwohnern gibt es viele Unterschiede. In Wien lebe ich nun bereits seit fast zehn Jahren und vermutlich bräuchte ich weitere zehn Jahre, um sagen zu können, dass ich bereits alles gesehen habe, was ich sehen möchte. Die ganze Stadt gleicht einem Freilichtmuseum und es ist immer was los. Mattersburg wiederum ist klein, entschleunigt und sehr familiär.

Was macht Mattersbrug besonders?

Natascha Koch: Mattersburg bietet alle Vorzüge einer Stadt, hat aber dennoch einen Dorfcharakter. Es gibt tolle Verkehrsanbindungen, einige Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten und dennoch ist man schnell in unberührter Natur, wenn man das möchte. Die perfekte Kombination!

Und was ist in Wien für dich einzigartig?

Natascha Koch: Ich liebe den Wiener Schmäh – dunkel, makaber und absolut einzigartig. Weitere Pluspunkte: Man kann jeden Tag etwas Neues erleben, hat eine breite Auswahl an leckerem Essen und die Stadt ist einfach wunderschön.

Wenn du in Mattersburg etwas ändern könntest, wäre das was?

Natascha Koch: Da sich die Geschäfte in Mattersburg alle außerhalb der Stadt ansiedeln, wirkt die Innenstadt mittlerweile etwas trostlos. Eine Sanierung der Gebäude, neue Lokale und Geschäfte würden ihr gut tun. Tatsächlich gibt es in Mattersburg auch kaum Gasthäuser – das muss sich ändern.

Was muss man dort unbedingt gesehen haben?

Natascha Koch: Vor einem Jahr hätte ich noch empfohlen, sich ein Fußballmatch im Pappelstadion anzusehen. Ich denke mit etwas Wehmut an die "Zug! Zug! Zug!" Sprechchöre, wenn während des Fußballspiels ein Züglein oben am Viadukt vorbeifuhr. Aber das Viadukt, das Wahrzeichen von Mattersburg, ist uns als Sehenswürdigkeit erhalten geblieben. Sehenswert ist auch die Burg Forchtenstein mit ihrem zugehörigen Burgrestaurant und den tollen Ausblick auf weite Teile des Nordburgenlands.

Und in Wien? 

Natascha Koch: Da gibt es vieles! Ich empfehle jedem, sich bei Schönwetter auf den Stadtwanderweg 1 zu begeben und bei den vielen Heurigen auf dem Weg einzukehren. Der Blick vom Kahlenberg auf die Stadt ist unbeschreiblich und zwischen den Weinreben gibt’s einen ganz besonderen Wien-Flair. Natürlich ist auch ein Besuch am Naschmarkt Pflicht, und bestellt eine Wiener Melange in einem urigen Kaffeehaus in der Altstadt!

Was ist das Überraschendste an Mattersburg und Wien für den Rest von Österreich?

Natascha Koch: Das Überraschendste an Mattersburg ist wohl die Entwicklung des SVM (Anm.: Sportvereinigung Mattersburg) und der Commerzialbank-Skandal aus dem letzten Jahr, und die Auswirkungen auf die Wirtschaft. Man merkt es der Stadt einfach an, dass etwas fehlt. Der Fußball war der Turbo unserer Region und es gilt jetzt, einen neuen zu finden. Das Überraschendste an Wien? Es ist gar nicht so anders, wie man denkt.

Wo geht man in deiner Heimat hin, um_ 

_zu feiern? Wiens beste Anlaufstelle ist wohl das Bermudadreieck am Schwedenplatz. Gern mag ich auch das Monami in der Theobaldgasse im 6. Bezirk. Hier kann man bei Wohnzimmeratmosphäre auch in einer größeren Gruppe gemütlich zusammensitzen, die Getränkeauswahl ist top und zu später Stunde gibt es auch eine Tanzfläche.

_zu entspannen?  Am besten entspannt man in Mattersburg bei einem ausgedehnten Spaziergang um die Teichwiese am Rohrbacher Kogel und genießt die traumhafte Natur. Im Sommer ist dort auch der Rohrbacher Badeteich – ein echter Geheimtipp, für den sogar „echte Wiener“ regelmäßig anreisen. In Wien empfehle ich da gern den Lainzer Tiergarten – ein wunderschönes Fleckchen Erde.

_auf einen Erfolg anzustoßen? Das Känguruh Pub im 6. Bezirk ist mein Stammlokal, da stoße ich nicht nur auf Erfolge an. An einem schönen Sommertag bietet sich auch der Donaukanal an.

_ein schönes Insta-Bild zu schießen? Wien: Für Insta-Bilder in Wien geht man am besten in die vielen Parks, dort findet man überall schöne Ecken. Ich kann den Volksgarten, den Augarten und den Stadtpark sehr empfehlen.

_sich inspirieren zu lassen? Da bietet sich ein Besuch im MuseumsQuartier in Wien an. Auf 60000 m2 Fläche kommt man hier in den Genuss von Kunst, Architektur, Design, Tanz, Theater, Mode, Restaurants und Cafés. An besten auf der Erkundungstour auch Platz an den Enzis, den farbenprächtigen Sofas aus Plastik in der Mitte des Museumsquartiers, nehmen und das Treiben genießen.

_zu frühstücken? Moni’s Bistro mit Blick auf den Mattersburger Hauptplatz ist ein toller Ort für ein leckeres Frühstück. In Wien empfehle ich gern das Palmenhaus im 1. Wiener Gemeindebezirk mit wundervollem Ausblick auf den Burggarten und die Spelunke mit Blick auf den Donaukanal.

_einen köstlichen Business-Lunch zu genießen? Das Glacis Beisl im 7. Bezirk hat einen der schönsten Gastgärten in Wien und das Essen ist köstlich!

_vegetarisch oder vegan zu essen? Besonders lecker ist es in der Hollerei, im Veggiez, im Landia und im VeVi. Bei Swing Kitchen gibt es sogar köstliches veganes Fast-Food! Auch das Maran Vegan ist einen Besuch wert. In diesem veganen Supermarkt, nahe der Mariahilfer Straße, gibt es auch ein kleines Bistro mit leckeren Tagesgerichten.

_ein besonders Ereignis zu feiern? Die beste Aussicht auf die Wiener Innenstadt bietet „Das Loft“ im luxuriösen Sofitel. Hier genießt man beim Essen den grandiosen Blick auf den Stephansdom – perfekt für besondere Anlässe.

_einen Touristen zu beeindrucken? Liebe geht durch den Magen, daher führt mein Weg zu der Gelateria La Romana – hier gibt es das beste Eis Wiens. Danach ist man verliebt in die Stadt, ganz klar!

Ist Mattersburg auch ein gutes Pflaster für Shopping? Verrätst du uns drei Adressen, wo man – abseits der internationalen Ketten – richtig tolle Klamotten, coole Schuhe oder nette Accessoires kaufen kann? Oder wird man in Wien besser fündig?

Natascha Koch: In Mattersburg haben sich bereits einige internationale Ketten angesiedelt, die es kleineren Geschäften in der Innenstadt schwer machen. Es gibt die kleinen Boutiquen aber noch: Glatter Moden, die Boutique Zeitlos und das Deko Paradies. Wien ist natürlich das Shoppingparadies schlechthin, und besonders in meinem Grätzl im 7. Bezirk findet man unzählige kleine Boutiquen mit tollen Klamotten und einzigartigen Accessoires. Besonders hervorheben möchte ich das „Kauf dich glücklich“ in der Kirchengasse oder das „We Bandits“ in der Neubaugasse.

Von Daniela Ullrich