So überwintert die Wirtschaft in der Krise

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Statt den Kopf in den Sand zu stecken, stellen wir uns die Frage: Wie überwintert die Wirtschaft in der Krise?

Der erste Schnee ist gefallen, Weihnachtsstimmung kommt auf, die Innenstädte sind… wie leergefegt? Was die Vorfreude in der Vorweihnachtszeit ein wenig trübt, hat einen einfachen Grund: Maßnahmen wie Lockdowns werden noch immer benötigt. Das „böse C-Wort“? Sprechen wir am liebsten gar nicht mehr aus. Stattdessen stellen wir uns die Frage: Wie überwintert die Wirtschaft in der Krise? Und zeigen konkrete Lösungsvorschläge, was betroffene Unternehmen sowie jede:r einzelne von uns tun kann.

Eine Frage, die sich im Moment wohl nicht nur die meisten Unternehmen des Landes, sondern auch viele Politiker:innen stellen müssen. Schließlich fallen die neuen Lockdowns insbesondere für den Handel in eine wichtige Phase. „Die Weihnachtssaison ist die stärkste Saison des Jahres, bei der viele Betriebe einen Großteil ihres Jahresumsatzes machen“, so Kurt Egger, Generalsekretär des Wirtschaftsbundes. Dabei geht es nicht nur um Geschenkeeinkäufe vor den Feiertagen – auch Aktionen rund um den Black Friday und Cyber Monday waren heuer fast ausschließlich online möglich. Zudem sind andere Branchen, wie die Hotellerie- und Gastromie sowie körpernahe Dienstleistungen abermals betroffen. Wie in früheren Lockdowns bedarf es deshalb konkreter Lösungen. Wie könnten diese aussehen?

3 Dinge, die betroffene Unternehmen jetzt tun können

#1 Onlineshops einrichten und nutzen

Für Unternehmen im Handel besteht die Möglichkeit, ihre Produkte auch online anzubieten. Sei es über ein bereits bestehendes System, das ohnehin zum Geschäftsmodell gehört. Oder über eine Plattform, die den Service als Komplettpaket anbietet. Ein Beispiel gefällig? Über Anbieter wie Jimdo oder Shopify lassen sich mittlerweile Online-Shops ohne Vorkenntnisse einrichten. Auch die WKO liefert hier hilfreiche Tipps für Interessierte. Für wen das selbst provisorisch nicht in Frage kommt, der kann über die eigene Website oder Social Media Abholungen vor Ort oder gar „Click-and-Collect“ anbieten. Hierfür ist die Kommunikation mit (potenziellen) Kund:innen das A und O.

#2 Homeoffice-Hotels und Lieferservices

Speziell für die Gastronomie- und Hotelleriebranche ergeben Online-Shops nur bedingt Sinn. Restaurants können so immerhin ihre Speisen zur Abholung oder Lieferung anbieten. Für Hotels gestaltet sich das Ganze etwas schwieriger. Dafür hat sich aber ein innovativer Trend für Homeoffice-Hotels bereits zu Beginn von Corona in einigen anderen Ländern Europas etabliert. Worum es dabei geht? Der Name ist Programm. An all jene, die zu Hause nicht in Ruhe arbeiten können, dürfen Hotels ihre leerstehenden Zimmer als Arbeitsplatz vermieten. Gewusst wie: Betriebe können sich mittlerweile auch in Österreich auf Accor Live Limitless listen lassen und ihre Zimmer anbieten.

#3 Dienstleistungen mal anders

Wie das geht, stellt der „Wir-sind-Verkauf-Award“ eindrucksvoll unter Beweis. Im vergangenen Jahr wurden dort die kreativsten Corona-Lösungen von Dienstleistungsunternehmen ausgezeichnet. Dazu zählt zum Beispiel eine Friseurin, die ihren Kund:innen per Whatsapp-Kontakt die passende Haarfarbe abgemischt hat. Ein Bäcker, der einen eigenen Drive-In für seine Backstube errichtet hat. Oder ein Handwerker, der seinen Kund:innen im Videochat mit Rat und Tat zur Seite stand. 

3 Dinge, die jede:r einzelne von uns jetzt tun kann

#1 Impfen und testen

Selbst wenn sich durch Virusmutationen und Impfdurchbrüche derzeit wieder Unsicherheit breit macht, zeigt ein kurzer Faktencheck, dass die Impfung nach wie vor wirkt. Laut Statistiken der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit liegt der Anteil an Impfdurchbrüchen bei unter einem Prozent. Es wurden bereits mehr als 19.000 Krankenhausaufenthalte sowie jeweils 6.000 Todesfälle und Krankheitsverläufe auf der Intensivstation verhindert. Trotzdem ist es auch für Geimpfte wichtig, sich für größtmögliche Sicherheit regelmäßig testen zu lassen.

#2 Auch online regional kaufen

Das geht? Ja, dafür braucht es nur ein klein wenig Bewusstsein oder einen entscheidenden Tipp. Für Letzteres helfen wir euch gerne. Das Portal shöpping.at listet ausschließlich Online-Shops von Händler:innen aus Österreich. Dort werden im Moment jede Menge nachträgliche Black Friday Deals und Ideen zu Weihnachten angeboten. Falls du deine Weihnachtsgeschenke am liebsten von österreichischen Händler:innen kaufst, kannst du also über das Portal ganz einfach im Land bleiben. Im Übrigen wird dort auf kurze Transportwege geachtet, wodurch deine Bestellung CO2-neutral geliefert wird.

Falls ein kleines, lokales Geschäft deiner Wahl jedoch keinen Online-Shop besitzen sollte, lohnt sich häufig ein Blick in die sozialen Medien oder ein Anruf. Viele Kleinunternehmer:innen bieten Abholungen vor Ort nach Absprache an. Meist reicht schon ein kurzes Telefonat oder eine Nachricht bei Instagram.

#3 Innovative Angebote nutzen

Darüber hinaus ist es immer eine gute Idee, die Augen und Ohren offen zu halten. Wer sich regelmäßig schlau macht, kommt nicht selten in den Genuss kreativer Ideen von heimischen Betrieben, die ihre eigene Antwort auf den Lockdown finden. Umso wichtiger ist es, diese innovativen Angebote auch wahrzunehmen. Vielleicht findest du trotz Schließungen ja die perfekte Lösung für dein Problem. Wie wäre es zum Beispiel mit einem abwechslungsreichen Arbeitstag in einem Homeoffice-Hotel? Falls nicht, freut sich bestimmt jemand über eine Empfehlung. In jedem Fall sollte der unternehmerische Mut in diesen Zeiten belohnt werden.

Von David Bauer