Wie die Industrie Verantwortung übernimmt

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Wir zeigen euch vorbildliche Unternehmen, die für ihr verantwortungsvolles Wirtschaften ausgezeichnet wurden.

Was Nachhaltigkeit mit der Wirtschaft und der Industrie verbindet? Sie alle spielen eine wichtige Rolle bei der Frage, wie zukunftsfähig wir als Gesellschaft sind. Denn Entscheidungen von heute beeinflussen, wie wir in der Welt von morgen leben und arbeiten. Besonders innovative Unternehmen werden in Österreich mit dem TRIGOS Preis ausgezeichnet. Wir zeigen euch, worum es dabei geht.

Es liegt in unserer Hand, wie wir in Zukunft leben – aus Sicht jedes und jeder Einzelnen sowie für unsere Gesellschaft als Ganzes. Die Verantwortung ist groß, das bedeutet aber zugleich, dass jemand sie übernehmen muss. Nur wer? Zum einen schafft die Politik Rahmenbedingungen und erlässt Gesetze, die den Weg vorgeben. Zum anderen können du und ich im Alltag bewusste(re) Entscheidungen treffen. 

Und wie sieht es mit der Wirtschaft und Industrie aus? „Unternehmen sind wichtige Gestalter der Transformation in Richtung Nachhaltigkeit – sowohl was ökologische, aber auch soziale Belange betrifft. Nachhaltigkeit und Verantwortung sind bei vielen Betrieben ein ganz selbstverständlicher Teil des Geschäftsmodells“, sagt Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung. Damit nehmen sie eine wichtige Rolle ein. Stellt sich nur die Frage: Woher wissen wir, wer tatsächlich einen entscheidenden Beitrag leistet?

Eine Frage der Auszeichnung

Hier kommt der TRIGOS ins Spiel. Was das ist? Österreichs renommierteste Auszeichnung für verantwortungsvolles Wirtschaften. Konkret bedeutet das: Heimische Unternehmen, die eine Führungsrolle und Vorbildwirkung für verantwortliches Wirtschaften und Nachhaltigkeit übernehmen, haben seit 2004 jährlich die Chance, den Preis zu gewinnen. Um nominiert zu werden, müssen sie einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt leisten. Vergeben wird der TRIGOS in insgesamt sechs Kategorien: 

#1 Vorbildliche Projekte 

#2 Mitarbeiter:innen-Initiativen

#3 Internationales Engagement 

#4 Regionale Wertschaffung

#5 Social Innovation & Future Challenges

#6 Klimaschutz

Wie innovativ Österreichs Industrie war und ist, zeigt die Erfolgsquote bei der Preisverleihung. „Gleich drei IV-Mitgliedsunternehmen finden sich heuer unter den Gewinnern des Bundes-TRIGOS in sechs Kategorien“, zeigt sich Neumayer erfreut. Greiner Packaging International wurde in der Kategorie vorbildliche Projekte für die Initiative „Schulmilch-Loop“ ausgezeichnet – ein recyclingfähiger Joghurtbecher, der selbst bereits zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial besteht. 

Das Fill Future Lab und die Lehrlings-Challenge sicherten Fill den ersten Platz der Mitarbeiter:innen-Initiativen. Im Kampf gegen den Fachkräftemangel und die Landflucht hat der Maschinenbau-Spezialist eine Talentwerkstatt errichtet, in der Schüler:innen mit Medientechnik, Virtual Reality und Robotern experimentieren können. Nicht zuletzt ging die Goldmedaille in der Kategorie Klimaschutz an EVVA Sicherheitstechnologie für eine Künstliche Intelligenz, die ressourcenschonend heizt und kühlt. „Die Siegerprojekte und die dahinterliegenden Strategien zeigen ganz klar, dass in gesellschaftlichen Herausforderungen Geschäftschancen stecken“, so Neumayer.

Teil einer nachhaltigen Zukunft

In genau der Hälfte der vorhandenen Preiskategorien konnten sich österreichische Industriebetriebe als Spitzenreiter durchsetzen. Zum Vergleich: Insgesamt gab es 150 Einreichungen, aus denen 18 Nominierungen auf die sechs genannten Rubriken verteilt wurden. Der Erfolg ist ein bedeutsames Signal im Anschluss an die Krise. „Für die Bewältigung der Covid-Folgen und nachhaltiges Wachstum brauchen wir Unternehmen, die Verantwortung mit Innovation und Wachstumsorientierung verbinden und umsetzen. Es ist erfreulich, dass gerade Industriebetriebe hier zu den Vorreitern zählen“, so Neumayer. Nach der Krise ist ein gesundes Pflichtbewusstsein besonders wichtig. Schließlich kann jede noch so kleine Entscheidung einen Unterschied machen. Denn am Ende des Tages sind wir nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.

Von David Bauer