Neue Führungskräfte braucht das Land

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Welche 3 Skills braucht man unbedingt, um einen Job in der Führungsebene zu bekommen? Die Antworten findest du im Artikel.

Am Erfolg eines Unternehmens ist dessen Führung maßgeblich beteiligt. Aber wer oder was entscheidet eigentlich darüber, wie man Führungspositionen am besten besetzt? Verlassen sich österreichische Unternehmen auf objektive Analysen oder doch lieber auf ihr Bauchgefühl?

„Über Vitamin B natürlich!“ ist die intuitive Antwort auf die Frage: Wie kommt man in Österreich am schnellsten an eine Führungsposition? Oder? Nicht unbedingt. „Wenn Top-Jobs im eigenen Unternehmen vergeben werden, zählen bei der Auswahl vor allem Persönlichkeit und das fachliche Know-how der Bewerber:innen. Beziehungen und Kontaktnetzwerke spielen eine untergeordnete Rolle“, erklärt Gudrun Heidenreich-Pérez, Director bei Deloitte Österreich. Das Unternehmen untersucht in seiner neuen Studie Deloitte Leadership Survey 2021, wie heimische Betriebe intern ihre Führungspositionen besetzen. Laut Heidenreich-Pérez nehmen die Befragten zwar in ihrem Umfeld noch immer wahr, dass Vitamin B ein Besetzungsfaktor ist. Im eigenen Unternehmen sehen sie das hingegen nicht so. Worauf es der Studie zufolge stattdessen bei Österreichs Top-Jobs ankommt? Wir zeigen euch die drei wichtigsten Eigenschaften. 

3 Skills, die du als moderne Führungskraft brauchst

#1 Starke Persönlichkeit

Rund drei von vier befragten Unternehmen gaben an, dass die Persönlichkeit der Bewerber:innen im Entscheidungsprozess für sie der wichtigste Faktor sei. Offenheit für Neues, Empathie sowie Entscheidungsfreude und Einsatzbereitschaft stehen dabei an oberster Stelle. Die Expert:innen sehen darin den Bedarf an flexiblen Führungskräften im permanenten Wandel.

#2 Fachliche Kompetenz

Ohne Know-how geht es nicht. Zu den entscheidenden fachlichen Kompetenzen zählt allen voran Effizienz. Leistung zu erbringen und Ergebnisse zu erzielen sind mitunter die gefragtesten Fähigkeiten im beruflichen Alltag. Darüber hinaus legen viele Unternehmen großen Wert darauf, dass ihre Führungskräfte andere Mitarbeiter:innen motivieren und inspirieren können.

#3 Führungserfahrung

Nicht zuletzt spielen vorherige Führungserfahrungen für mehr als die Hälfte der Befragten eine besonders große Rolle. Der Grund dafür? Es ist immer wieder aufs Neue eine schwierige Herausforderung, Top-Positionen richtig zu besetzen. Wie sind seine oder ihre zwischenmenschliche Fähigkeiten? Wie anpassungsfähig sind die jeweiligen Kandidat:innen? Diese und viele andere Fragen müssen sich Entscheidungsträger:innen im Vorfeld stellen, ohne eine verlässliche Antwort darauf zu finden. Auch deshalb, weil nach wie vor kaum andere Methoden als klassische Bewerbungsgespräche verwendet werden. „Zur Beurteilung dieser Fähigkeiten können diagnostische Verfahren und professionelle Assessments einen wesentlichen Beitrag leisten und zugleich Risiken einer Fehleinschätzung minimieren. Wie die Befragung aber ebenfalls zeigt, werden diese Instrumente noch wenig in Anspruch genommen“, schreiben die Expert:innen.

Luft nach oben…

… gibt es außerdem in Sachen Gleichstellung der Geschlechter – hier bestehe Handlungsbedarf. Mehr Diversität wirke sich nachweislich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aus. „Es liegt primär in der Verantwortung der Führungsebene, Diversität in der Unternehmenskultur zu etablieren“, so Heidenreich-Pérez. Wie das gelingen kann? Das Problem an der Wurzel packen – ein Drittel der heimischen Betriebe ergreift derzeit noch keine konkreten Maßnahmen zur Förderung von Diversität. Lediglich 28 Prozent der Befragten nutzen bereits strukturierte Verfahren und Methoden, um die Objektivität zu erhöhen. 27 Prozent wollen durch Sensibilisierung und interne Schulungen Führungskräfte auf „Inclusive Leadership“ aufmerksam machen.

Höchste Zeit. Denn mehr als die Hälfte aller Befragten hat in den letzten Jahren überwiegend Männer in Führungspositionen eingestellt. Nicht einmal jeder zehnte Betrieb kann dasselbe über Frauen sagen. Lediglich ein Drittel konnte zumindest ein ausgeglichenes Verhältnis vorweisen. „Unternehmen sollten auf ein breiteres Repertoire an Methoden setzen. So könnte die Objektivität in den Entscheidungsprozessen und damit auch die Diversität in den Organisationen gefördert werden“, erklärt Heidenreich-Pérez. Diversität fördere die Innovationskraft, stärke nachweislich die Wettbewerbsfähigkeit und erhöhe die Unternehmensperformance. Das Land braucht Führungskräfte, die offener für Neues und empathievoller sind. Warum also nicht auch weiblicher?

Von David Bauer

Hier geht‘s direkt zur Studie.