So geht gutes Benehmen

(c) Getty Images
„Der Benimm-Code“ gibt Anleitung für den richtigen Umgang.

Manches stirbt einfach nie aus. Gutes Benehmen zum Beispiel. Und dabei ist es ganz egal ob jung, ob alt, ob live oder digital. Wie es gelingt, Fettnäpfchen gekonnt auszulassen, bleibenden – und guten – Eindruck zu hinterlassen, erklären die Benimm-Expertinnen Elisabeth Motsch und Doris Schulz in ihrem neuen Buch „Der Benimm-Code“.

Es ist nunmal so: Gute Umgangsformen verbinden Menschen. Diese altbekannte Weisheit hat ihre Gültigkeit auch in Zeiten von Homeoffice und Social Distancing keinesfalls verloren. Wie man privat und beruflich mit gutem Benehmen überzeugt und welchen Wert Tischregeln und Dresscodes haben, erklärt das mehr als 300 Seiten starke und eben erschienene Buch „Der Benimm-Code“. Elisabeth Motsch und Doris Schulz widmen sich darin auch dem korrekten Verhalten bei Spezialthemen wie New Work, E-Mail-Kommunikation, Soziale Medien, Telefonkonferenzen und Online-Meetings. Dazu gibt es hilfreiche Checklisten sowie ein digitales Zusatzpaket mit inkludiertem E-Book und Videobeispielen.

„Wer die Codes kennt, kann sich situationsgerecht verhalten und hat stets die Fäden in der Hand“, sagt Doris Schulz: In einem großen Kapitel haben wir auch die Situation von Vorstellungsgesprächen behandelt. Da hat sich viel geändert.“ Die vielzitierte „Authentizität“ spielt hier eine große Rolle, wie Schulz sagt: „Wenn ich mich beim Vorstellungsgespräch in Anzug und Krawatte, oder Kostüm präsentiere, ich aber der Jeans und T-Shirt Typ bin, werde ich bei solch sprödem Dresscode nicht glücklich werden im Job.“

„Wir haben versucht, möglichst viele Bereiche unterzubringen – private wie auch berufliche. Es geht stets um das Zusammenleben und wie sich Signale in dem Rahmen auswirken, in dem ich mich bewege”, erklärt Elisabeth Motsch: „Das betrifft auch die Körpersprache. Alles, was wir sehen und hören, hat Auswirkungen auf die Beziehung zueinander.” Apropos Signale: Hände in der Hosentasche sind übrigens kein Zeichen der Lässigkeit, sondern eine Verlegenheitsgeste, wie Motsch sagt: „Man weiß einfach nicht wohin mit den Händen.“

Gute Umgangsformen. Was heißt das eigentlich?

Wer Benimmregeln kennt, ist in punkto Selbstsicherheit und Auftritt klar im Vorteil. An sich geht es bei der „Etikette“ darum, sich so zu verhalten, dass es einem selbst und dem Gegenüber angenehm ist. Es macht sympathisch und erfolgreich im Gespräch, wenn man Wertschätzung, Respekt, Toleranz und Freundlichkeit zeigt. „Es gilt Benimmregeln zu kennen, um sie situationsgerecht auch wieder zu brechen“, sagt Doris Schulz, die dazu ein Beispiel bringt: „Wenn ein Pärchen ein anderes Pärchen begrüßt und der Mann zuerst dem anderen Mann die Hand gibt, dann ist es peinlich, explizit darauf hinzuweisen, dass man das an sich nicht tut. Man versucht nie den anderen besser zu erziehen.“

Und wie war das nochmal mit dem Händeschütteln?

Durch Corona ist die Verunsicherung groß. Darf man es wieder? Soll man es überhaupt tun? Keiner weiß, wo die Grenzen des anderen sind. Das Händeschütteln ist selbst nach so langer Abstinenz dermaßen automatisiert, dass man manchmal die entgegengestreckte Hand ergreift, obwohl man das vielleicht gar nicht möchte. „Es ist auch völlig okay, weiterhin auf Distanz zu gehen und eine andere Begrüßungsgeste zu zeigen“, sagt die Benimm-Expertin.

Buchtipp_Der Benimm-Code. Überzeugend und stilvoll auftreten

Erschienen im Traunerverlag, ISBN 978-3-99113-057-4

Zu den Autoren_Elisabeth Motsch, Expertin für die Erfolgsfaktoren Kleidung und Umgangsformen, und Doris Schulz, Medienfrau, Podcasterin und Politcoach, verfügen über große Erfahrung als Trainerinnen für Führungskräfte aus PR, Politik und Wirtschaft. Sie sind schon seit vielen Jahren ein erfolgreiches Team bei Seminaren und Buchprojekten.

Von Daniela Ullrich