Rot Blau Pink?

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Wetterbericht: Rauer Wind in der Opposition.

Das aktuelle Wetter spiegelt wider, welcher Wind gerade in Österreichs Politik weht.

Hört man sich im roten Lager um, sind die Streitereien und Sticheleien zwischen Pamela Rendi-Wagner und Hans Peter Doskozil kaum noch auszuhalten. 

Fragt man bei blauen Sympathisanten nach, was sie vom Kampf Kickls gegen Hofer um die Macht in der Partei halten, gibt es sehr gemischte Stimmen. Kampfrhetorik ist hier aber als Stilmittel viel üblicher und vertrauter.

Ganz im Gegensatz zu den Neos, einer nach eigenem Anspruch eigentlich konstruktiven Alternative. Da tut man sich dem Vernehmen nach auch eher schwer mit den Auftritten von Stephanie Krisper und Gerald Loacker, die selten mit Ideen, als mit Anschuldigungen und Vorwürfen auffallen.

Neuer Stil?

Zwietracht soweit das Auge reicht. Das völlig außer Kontrolle geratene, neue Stilmittel in der österreichischen Politik. Kein Anflug mehr von Verantwortung, Weitblick, Konstruktivität. Jeder gegen jeden. Intern wie extern. Was dem Gegner schadet, hilft einem selber. Also raus mit den Knüppeln, es wird geprügelt.

Jedes Kind lernt das Sprichwort „Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte“. Vielleicht meint manch einer damit, dann freut sich das dritte Lager. Es verliert aber in jedem Fall das Land und man verliert mit Sicherheit die Wähler. 

Wo bleibt der Wettbewerb der Ideen? 

Eine stabile, harmonische Kickl-Doskozil-Krisper Koalition wird wohl schwierig werden. Vielleicht sollten Rendi-Wagner, Hofer und Meinl-Reisinger wieder Ruhe einkehren lassen und die Energie auf den Wettbewerb der Ideen konzentrieren. Wir brauchen Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein. Nicht nur in der Regierung, sondern auch bei allen anderen Parteien, die den Anspruch haben, gestalten zu wollen.

Von Christina Mayrhofer